Wenn ich wählen würde, dann doch am liebsten die Piraten, obwohl … es braucht einfach ein bisschen mehr, als die Konzentration auf einige, wenige Themen – Datenschutz zu verteidigen ist ehrenwert, aber kein <a title=”Piratenpartei – Unsere Ziele” href=”http://www.piratenpartei.de/navigation/politik/unsere-ziele” target=”_blank”>Parteiprogramm</a>

So auch zum Thema “geistiges Eigentum”: die Verbreitung von Musik durch das Internet ist seit Napster (und das war 1999) “üblich” und verletzt das Urheberrecht, wie es vor dem Internetzeitalter bekannt war und auch heute noch noch aktuell ist. Dass hier nachgebessert werden muss, ist offensichtlich – eigentlich müsste jeder Musiker seine Produkte selbst vertreiben – gerade vor dem Hintergrund, dass der Urheber, nämlich der Musiker bzw. Künstler gerade mal 4% von dem ganzen Kuchen bekommt. Man könnte auch anführen, dass den grossen Produktionsfirmen diese “illegale” Verbreitung gar nicht so unrecht ist – ist doch das Internet das ideale Medium, um Massen zu erreichen – warum wohl ist von der Industrie ausser einem leichtem Aufbegehren vor ein paar Jahren, nichts mehr zu hören.

<!–more–>Dieses Thema ist eigentlich unlösbar – wie will man die Kommerzialisierung kreativer Produkte und das schliesst z.B. auch Patente mit ein, verbieten – und das in der Hochzeit des Kapitalismus. Schöne, neue Welt oder wie auf der <a title=”Urheberrecht und nicht-kommerzielle Vervielfältigung” href=”http://www.piratenpartei.de/navigation/politik/urheberrecht-und-nicht-kommerzielle-vervielfaeltigung” target=”_blank”>Piratenseite</a> zu lesen ist:
<blockquote>Systeme, welche auf einer technischen Ebene die Vervielfältigung von Werken be- oder verhindern (“Kopierschutz”, “DRM”, usw.), verknappen künstlich deren Verfügbarkeit, um aus einem freien Gut ein wirtschaftliches zu machen. Die Schaffung von künstlichem Mangel aus rein wirtschaftlichen Interessen erscheint uns unmoralisch, daher lehnen wir diese Verfahren ab.</blockquote>
Konsequenterweise müsste jeder Künstler dann seine Arbeit der Allgemeinheit zur Verfügung stellen und von Luft und Liebe leben. Und dass Google nur deshalb funktioniert und seine Dienste unentgeltlich dem gemeinen Endbenutzer zur Verfügung stellen kann, weil diese durch Werbung finanziert werden, ist toll – aber mit den “Ideen” der Piraten nicht in Einklang zu bringen. Und mir kann auch niemand erzählen, dass es der Grundgedanke der Entwicklung eben dieser Produkte war und ist, der Menschheit etwas Gutes zu tun – wie oft von Google suggeriert. Wie wird eigentlich das Thema “Google Buchsuche” bei den Piraten behandelt ?

Auch wenn sich bei der Piratenpartei ein Vergleich mit den Grünen aufdrängt – heute eine angepasste, etablierte Partei, wie die grossen Volksparteien auch – muss man zu gute halten, dass trotz anfänglich naivem Idealismus die Grünen doch auch einiges bewirkt haben – allerdings sind mir noch heute strickende Abgeordnete im Gedächtnis – und das fällt eher in die Kategorie Peinlichkeiten. Wünschen würde ich mir, dass das Internet frei bleibt – nicht eingeschränkt durch paranoidem Bürokratismus und dessen Versuch, Grenzen zu setzen – die dazu oftmals an eine technische Lachnummer erinnern. Das Internet sollte, muss zensurfrei sein und wo es das noch ist, bleiben.

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